Hausnamen und Hausnummern

 

1784, vor der Einführung der Hausnummern in Pfronten, waren die Anwesen nur unter ihrem Hausnamen zu finden. Hausnamen blieben z.T. Jahrhunderte lang auf dem Anwesen, bisweilen aber haben sie sich schon nach einer Generation wieder verändert. Einen Hausnamen "vergab" man nicht selbst, den "bekam" man von den Mitbürgern. 

 

Für die Ausbildung eines neuen Hausnamens waren in Pfronten offenbar besondere Kennzeichen eines Hausbesitzers wichtig. Dazu wurden gerne folgende Kriterien herangezogen:

- der Vorname des Besitzers,

  ["Miresse" (=Kasimir), "Doresse" (=Theodor), "Apple" (=Apollonia)]

- der Familiennamen des Besitzers,

  ["Bantner", "Metze" (=Metz)]
- der Beruf des Besitzers,

  ["Schuechterle" (=Schuhmacher), "Hueter" (=Hutmacher?)]

- oder (seltener) eine Eigenheit des Besitzers.

 

Bei einem Haustausch kam es manchmal vor, das der jeweilige alte Besitzer den Hausnamen auf sein neues, eingetauschtes Anwesen mitnahm. 

 

Gar nicht selten gibt es "Doppel-Hausnamen". Sie entstanden, wenn z.B. der Sebastian vom "Wenzesse" (Hausnummer 48) sich verehelichte. Dann sagten die Pfrontener zum Anwesen "Wenzesse Bestl", also "der Sebastian vom Wenzesse (=Wenzeslaus)". Meist hat sich der Zusatz dann später wieder verloren.

Schwierig wird es, wenn einer sich auf eine "Föhlehoimat", also nicht auf das Elternhaus, verehelichte und den Hausnamen seines Elternhauses "mitbrachte".  In diesem Fall ist der neue Hausname ein wichtiger Hinweis auf die Herkunft vom neuen Besitzer.  

 

 

Hausnamen
Pfronten
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